REPORTAGE

Jüdische Spuren in Paderborn

"Nach dem Zusammenbruch des Hitlerregimes versuchte man auch in Paderborn im Jahre 1945 wieder eine Jüdische Gemeinde zu bilden. 1953 wurde die Jüdische Kultusgemeinde Paderborn Körperschaft des öffentlichen Rechts. Heute zählt die Gemeinde circa 60 Mitglieder, eine kleine Schar, die sich nach 1945 hier wieder einfand und versucht, jüdisches Leben zu pflegen und aufrecht zu erhalten. [...] Mit dem Neubau (der Synagoge) ist ein Gemeindezentrum geschaffen worden, das nun allen Mitgliedern in religiöser und kultureller Hinsicht einen festen Zusammenhalt ermöglichen soll. Am 29. November 1959 wurde diese eingeweiht." Quelle und weitere Informationen: www.jg-paderborn.de

Nachts am Flughafen

Ein Blick hinter die Kulissen einer Nachtschicht am Paderborn-Lippstadt Airport. Die Urlaubszeit neigt sich dem Ende entgegen und in etwa einem Monat beginnt der Winterflugplan am Flughafen Paderborn-Lippstadt. Wer in den Urlaub fliegt, sieht vom Flughafen meist nur die Check-In Schalter, die Sicherheitskontrollen und den Gang zum Flugzeug. Alles andere, was hinter den Kulissen passiert, bleibt für die normalen Fluggäste verborgen. Rund um die Uhr arbeiten die Flughafenmitarbeiter im Schichtbetrieb, um einen reibungslosen Ablauf zu ermöglichen. Bei Wind und Wetter müssen auf dem Vorfeld die Flugzeuge abgefertigt, getankt, beladen und überprüft werden. Eine Fotoreportage für die Zeitung "Paderborn am Sonntag". Veröffentlicht im September 2017.

Im Feld forschen

"Alles begann mit einer Fahrt auf einem Longboard im Paderborner Land: "Moment mal, da stand doch vorgestern noch eine Feldscheune", sagte [...] Tobias Vorwerk überrascht zu seinem Freund Alexander, der seine Bestürzung sofort beglaubigte. Diesen Moment kann man wohl als Initialzündung für Vorwerks [...] erste breit angelegte Werkserie "Im Feld forschen" bezeichnen. Seit Jahren waren Vorwerk und sein Freund mit dem Longboard und Kamera bewaffnet durch die Paderborner Felder gefahren, die nicht mehr genutzten Feldscheunen im Umland immer im Blick. Fortan schlug die Bestürzung über die Tatsache, dass er die schlagartig verschwundene Scheune nicht dokumentiert hatte in eine Obsession um, die bis heute andauert. Von 2012 bis 2016 studierte Tobias Vorwerk an der BTK Berlin, Hochschule für Gestaltung Berlin, Campus Iserlohn, bei Professor Katharina Mayer. "Man muss es bewahren, sonst ist es verschwunden" war auch das Credo des Professorenehepaars Bernd und Hilla Becher, bei der Katharina Mayer an der Düsseldorfer Kunstakademie studiert hatte. Ein Teil seines Studiums beinhaltete ein Praktikumssemester, das er in meinem Atelier in Berlin absolvierte. So konnte ich u.a. beobachten, wie Vorwerk seine Werkserie "Im Feld forschen" analytisch plante und umsetzte. Die zeitintensive Recherche führte er mittels Google Earth durch, wo er Planquadrat für Planquadrat nach noch unbekannten Feldscheunen in Paderborn Ausschau hielt. Die gespeicherten Koordinaten nutzte er darauf bei der Ortsbegehung. Als Aufnahmeinstrument für die fotografische Dokumentation entschied sich Vorwerk für eine professionelle Großformatkamera der Größe 4x5 inch, dessen Ergebnis [das Negativ] es erlaubt, großformatige Abzüge ohne Qualitätsverlust zu erstellen. Neben der fotografischen Dokumentation seiner Heimat öffnete sich Vorwerk nach und nach für weitere künstlerische Disziplinen. So entstehen neben Videoarbeiten auch Soundtracks, aufgenommen inmitten der Paderborner Felder. Ausgewählte Objekte aus eingestürzten Scheunen werden vereinnahmt, um sie bei zukünftigen Präsentationen, je nach Ausstellungskonzept als Objekte darzustellen. Mit seiner Arbeit "Im Feld forschen" ist noch lange nicht Schluss - Objekte der Begierde gibt es genug im Raum Paderborn. [...] Roland Wirtz Berlin am 7. September 2016 www.rolandwirtz.com